Wir hören stets und stetig.
Selbst wenn wir schlafen, nehmen unsere Ohren Geräusche wahr. Unser Gehirn verarbeitet Klänge, Stimmen, Bewegungen, den Wind vor dem Fenster, das Knacken des Hauses. Manche Geräusche lassen uns entspannen, andere bringen unser Nervensystem ordentlich auf Trab.
Und dann gibt es diese ganz besonderen Klänge, bei denen etwas in uns leiser wird.
Ein Vogelruf im Wald.
Das Rauschen des Windes in den Bäumen.
Wasser, das über Steine fließt.
Das Knacken eines Feuers.
Eine vertraute Stimme.
Oder der Klang einer Klangschale, der durch den Raum schwingt und immer feiner wird, bis er scheinbar verschwindet. Scheinbar.
Denn genau hier beginnt für mich das Lauschen.
Ich liebe Klangschalen. Seit vielen Jahren begleiten sie meine Entspannungsübungen, Meditationen und energetischen Arbeiten. Ich schlage die Schale an und dann … passiert mal nicht viel. Ich tue nichts. Ich lausche.
Der erste Ton ist deutlich. Dann wird er feiner. Die Schwingung verändert sich, wandert durch den Raum und irgendwann wird aus einem hörbaren Klang fast ein Gefühl.
Und wenn ich weiterhin aufmerksam lausche, bemerke ich plötzlich:
Der Ton ist zwar kaum noch hörbar – und doch bin ich noch ganz bei ihm.
Das ist für mich Meditation.
Nicht stundenlanges Sitzen auf einem Kissen mit möglichst geradem Rücken und einem Gesichtsausdruck, der sagt: „Ich bin vollkommen erleuchtet.“ 😉
Oft reicht ein einziger Klang, ein einziger bewusster Atemzug oder ein Moment, in dem ich einfach still werde.
Und was hörst du, wenn es still wird?
Hast du eine Klangschale zuhause. Ich lade dich ein, sie mal wieder hervor zu holen. Stell sie hin, wo du ein paar Minuten ungestört bist, schlage sie sanft an und lausche.
Nicht analysieren. Nicht bewerten. Nicht auf den nächsten Ton warten.
Einfach lauschen. Atmen. Spüren. Und beobachten, was in dir geschieht.
Du hast keine Klangschale? Dann nimm einfach zwei Gläser und lass sie ganz sanft aneinanderklingen – fast so, als würdest du mit jemandem anstoßen. Kling.
Und dann: lauschen.
Vielleicht entdeckst du dabei, wie viel Klang in einem einzigen Moment steckt.
Und irgendwann darf dein Lauschen noch ein Stück weiter nach innen wandern.
Hörst du deinen eigenen Atem?
Oder sogar deinen Herzschlag?
Dieses kleine, rhythmische Bubumm, bubumm, bubumm das dich seit deiner ersten Sekunde begleitet.
Dein Herz fragt dabei nicht, ob heute alles perfekt läuft. Es schlägt einfach. Immer weiter.
Was für ein unglaubliches Geschenk.
Lauschen verändert auch, was wir wahrnehmen.
Wenn wir bewusst hinhören, wird plötzlich vieles wieder kostbar, was im Alltag einfach untergeht.
Welche Stimme hat dir heute gutgetan?
Welches Wort hat dich berührt?
Welchen Klang hast du heute schon gehört, der dich zum Lächeln gebracht hat?
Das Lachen eines Menschen. Das „Ich hab dich lieb“. Ein ehrliches Kompliment.
Vogelgezwitscher. Regentropfen auf dem Fensterbrett.
Oder vielleicht sogar deine eigene Stimme, die dir heute etwas Wichtiges erzählt hat.
Lauschen bedeutet für mich: Ich gebe dem Moment Raum.
Ich höre nicht nur mit meinen Ohren.
Ich höre mit meinem Körper.
Mit meinem Herzen.
Mit meiner Aufmerksamkeit.
Und manchmal, wenn es rundherum ganz still wird, entdecke ich darin etwas sehr Lebendiges:
mich.
Also, lad ich dich ein:
Mach heute doch einmal mal den Fernseher aus.
Das Handy auf stumm.
Die Welt darf für ein paar Minuten Welt sein.
Und du?
Du darfst einfach lauschen.
Vielleicht hörst du dabei etwas, das schon lange versucht, deine Aufmerksamkeit zu bekommen.
Lausche. Ganz bewusst. Nur für dich.
Was darf heute gehört werden?
Viel Freude beim hinhören und Danke fürs lauschen.
Eure Anita-OmeAtl-Shamanita